BEPS 2.0 und die globale Mindeststeuer von 15 %: Was sich für Expatriates in Paraguay im Jahr 2026 ändert
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Es ist das Gespenst, das alle Steuerauswanderer seit 2021 verfolgt: die globale Mindeststeuer von 15 %. Unter dem Impuls der OECD und der G20 haben sich über 140 Länder darauf geeinigt, einen Mindeststeuersatz von 15 % für große multinationale Unternehmen einzuführen. Die Medien titelten „das Ende der Steueroasen“, Politiker feierten „globale Steuergerechtigkeit“, und Auswanderer in Paraguay gerieten in Panik: Ist die 0 % auf meine Auslandseinkünfte bedroht?
Die kurze Antwort ist nein – nicht im Jahr 2026 und wahrscheinlich auch nicht so schnell für Privatpersonen. Aber das Thema ist komplex und so missverstanden, dass es einen umfassenden Leitfaden verdient. Dieser Leitfaden erklärt, was BEPS 2.0 ist, wie die globale Mindeststeuer funktioniert, wer tatsächlich betroffen ist, was sich für einen Auswanderer in Paraguay ändert (und nicht ändert) und welche Entwicklungsszenarien zu beachten sind.
BEPS: Worum geht es genau?
Die Ursprünge des Projekts
BEPS steht für Base Erosion and Profit Shifting – Gewinnkürzung und Gewinnverlagerung. Es ist ein Projekt, das 2013 von der OECD auf Ersuchen der G20 ins Leben gerufen wurde, um Strategien der Steueroptimierung zu bekämpfen, die von multinationalen Unternehmen zur Senkung ihrer Steuerlast eingesetzt werden:
- Das Problem: Unternehmen wie Apple, Google, Amazon und Starbucks nutzten komplexe Strukturen (Double Irish, Dutch Sandwich, Luxembourg patent box), um Gewinne in niedrig besteuernde Jurisdiktionen zu verlagern – wodurch ihr effektiver Steuersatz auf 2-5 % reduziert wurde, während der nominale Satz in den Ländern, in denen sie tätig waren, bei 25-35 % lag.
- Das Ausmaß: Die OECD schätzte, dass die durch BEPS verursachte Steuererosion den Staaten 100-240 Milliarden US-Dollar pro Jahr an entgangenen Steuereinnahmen kostete – das entspricht 4-10 % der gesamten Körperschaftsteuereinnahmen.
- Die Antwort: Das ursprüngliche BEPS-Projekt (2013-2015) führte zu 15 "Aktionen" (Empfehlungen), um die Lücken zu schließen. Dann kam BEPS 2.0 – die ambitioniertere zweite Phase, mit der berühmten globalen Mindeststeuer.
BEPS 1.0 vs. BEPS 2.0
| Aspekt | BEPS 1.0 (2013-2015) | BEPS 2.0 (2021-2026+) |
|---|---|---|
| Fokus | Bestehende Lücken schließen (Verrechnungspreise, Missbrauch von Abkommen, hybride Strukturen) | Das internationale Steuersystem grundlegend reformieren |
| Mechanismus | 15 Aktionen (Empfehlungen, Soft Law) | 2 verbindliche Säulen (multilateraler Vertrag) |
| Zielgruppe | Alle multinationalen Unternehmen | Säule 1: die größten (Umsatz > 20 Mrd. €). Säule 2: die großen (Umsatz > 750 Mio. €). |
| Auswirkungen auf natürliche Personen | Indirekt (Transparenz, Informationsaustausch) | Keine direkten Auswirkungen 2026 – aber potenziell zukünftig |
Die zwei Säulen von BEPS 2.0

Säule 1: Neuverteilung der Besteuerungsrechte
Säule 1 zielt darauf ab, einen Teil der Gewinne sehr großer multinationaler Unternehmen (Umsatz > 20 Milliarden € und Gewinnmarge > 10 %) an die Länder umzuverteilen, in denen sie ihre Verkäufe tätigen (die „Marktländer“), auch wenn sie dort keine physische Präsenz haben:
- Prinzip: 25 % des Residualgewinns (oberhalb einer Marge von 10 %) werden den Marktstaaten proportional zum dort erzielten Umsatz zugewiesen.
- Zielgruppe: etwa 100 multinationale Unternehmen weltweit (die größten: Apple, Microsoft, Google, Amazon, LVMH, Nestlé usw.).
- Status 2026: Säule 1 ist noch in Verhandlung. Das multilaterale Übereinkommen (MLC) ist noch nicht von allen Ländern unterzeichnet. Die USA blockieren an mehreren Stellen. Das Inkrafttreten wird frühestens auf 2027 verschoben – und einige Experten bezweifeln, dass es in seiner jetzigen Form überhaupt jemals in Kraft treten wird.
- Auswirkungen für Auswanderer in Paraguay: keine. Säule 1 betrifft nur multinationale Unternehmen mit einem Umsatz von über 20 Milliarden €. Kein Freelancer, Unternehmer oder Einzelinvestor ist betroffen. Selbst die erfolgreichsten KMU liegen weit unter der Schwelle.
Säule 2: Die globale Mindeststeuer von 15 % (GloBE)
Das ist die Säule, über die gesprochen wird. Säule 2 – auch GloBE (Global Anti-Base Erosion) genannt – führt einen effektiven Mindeststeuersatz von 15 % für große multinationale Unternehmen ein:
- Schwelle: multinationale Unternehmensgruppen mit einem konsolidierten Umsatz von über 750 Millionen €.
- Mechanismus: Wenn eine Tochtergesellschaft des Konzerns in einem Land zu einem effektiven Satz von weniger als 15 % besteuert wird, kann das Land der Muttergesellschaft eine „Ergänzungssteuer“ (Top-up Tax) erheben, um den effektiven Satz auf 15 % anzuheben. Tut dies das Land der Muttergesellschaft nicht, kann es ein anderes Land der Gruppe tun (Mechanismus „UTPR“ – Undertaxed Payment Rule).
- Status 2026: Säule 2 ist weiter fortgeschritten als Säule 1. Die EU hat eine Umsetzungsrichtlinie verabschiedet (Dezember 2022). Großbritannien, Japan, Korea, Kanada und Australien haben ebenfalls Gesetze erlassen. Die meisten großen Jurisdiktionen wenden Säule 2 bis 2026-2027 an oder werden sie anwenden. Die USA haben Säule 2 NICHT verabschiedet (der Kongress blockiert), haben aber einen ähnlichen Mechanismus (GILTI – Global Intangible Low-Taxed Income, mit einem Satz von 10,5-13,125 %).
Wie Säule 2 in der Praxis funktioniert
Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel:
| Entität | Land | Gewinn | Lokal gezahlte Steuer | Effektiver Steuersatz | Säule 2 Ergänzung |
|---|---|---|---|---|---|
| Muttergesellschaft | Frankreich | 500 Mio. € | 125 Mio. € (KSt 25 %) | 25 % | 0 € (Steuersatz > 15 %) |
| Produktionstochter | Deutschland | 200 Mio. € | 60 Mio. € (KSt ~30 %) | 30 % | 0 € (Steuersatz > 15 %) |
| IP-Tochter (geistiges Eigentum) | Irland | 300 Mio. € | 37,5 Mio. € (KSt 12,5 %) | 12,5 % | 7,5 Mio. € (Ergänzung zur Erreichung von 15 % = 2,5 % × 300 Mio. €) |
| Holding-Tochter | Luxemburg | 100 Mio. € | 5 Mio. € (effektiver Steuersatz 5 % über Sonderregelungen) | 5 % | 10 Mio. € (Ergänzung zur Erreichung von 15 % = 10 % × 100 Mio. €) |
Die gesamte Ergänzungssteuer beträgt 17,5 Mio. € – erhoben von Frankreich (Land der Muttergesellschaft) auf die unterbesteuerten Gewinne der irischen und luxemburgischen Tochtergesellschaften. Der effektive Gesamtsteuersatz der Gruppe steigt von ~20,7 % auf ~22,3 %.
Der wesentliche Punkt: Dieser Mechanismus gilt ausschließlich für multinationale Konzerne mit einem Umsatz von über 750 Mio. €. Nicht für Einzelpersonen. Nicht für Freiberufler. Nicht für KMU. Nicht für US-LLCs mit 200.000 €/Jahr Umsatz.
Was BEPS 2.0 für Auswanderer in Paraguay ändert: nichts (im Jahr 2026)
Warum Sie NICHT betroffen sind
Säule 2 (globale Mindeststeuer von 15 %) betrifft nur multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Umsatz von über 750 Millionen €. Um es klarzustellen:
- Ihre US-LLC, die 200.000 €/Jahr umsetzt: nicht betroffen. Die Schwelle beträgt 750 MILLIONEN, nicht 750.000.
- Ihre paraguayische SRL, die 3 Wohnungen verwaltet: nicht betroffen.
- Ihr Interactive Brokers Portfolio von 500.000 €: nicht betroffen (das ist eine persönliche Investition, keine multinationale Gesellschaft).
- Ihre Consulting-/Freelance-Tätigkeit mit 500.000 €/Jahr: nicht betroffen. Nicht einmal annähernd an der Schwelle.
- Selbst ein paraguayisches KMU mit 10 Millionen € Umsatz: nicht betroffen.
Säule 2 zielt auf die Googles, Amazons und LVMHs dieser Welt ab – nicht auf Freiberufler, Investoren oder KMU. Es ist ein Instrument, das für sehr große multinationale Unternehmen konzipiert wurde, die Milliarden von Gewinnen zwischen Jurisdiktionen verschieben. Ihre Struktur aus US-LLC + Mercury Bank + Wohnsitz Paraguay ist nicht im Fokus von BEPS 2.0.
Die territoriale Besteuerung Paraguays ist durch BEPS 2.0 NICHT gefährdet
Ein weiteres häufiges Missverständnis: BEPS 2.0 wird „Paraguay zwingen, Auslandseinkommen zu besteuern“. Das ist falsch:
- Säule 2 verlangt von den Ländern NICHT, die weltweite Besteuerung einzuführen. Sie verlangt von den Ländern, in denen eine Muttergesellschaft eines multinationalen Unternehmens ansässig ist, eine Ergänzungssteuer zu erheben, wenn eine Tochtergesellschaft anderswo weniger als 15 % besteuert wird. Dies ist ein Mechanismus zwischen Ländern, der auf multinationale Unternehmen angewendet wird – keine Verpflichtung für Paraguay, sein internes Steuerrecht zu ändern.
- Paraguay könnte beschließen, eine "Qualified Domestic Minimum Top-Up Tax" (QDMTT) einzuführen – eine lokale Mindeststeuer von 15 % – um die Ergänzungssteuer zu erfassen, bevor das Land der Muttergesellschaft dies tut. Aber selbst in diesem Fall würde diese QDMTT nur für paraguayische Tochtergesellschaften von multinationalen Konzernen mit einem Umsatz von über 750 Mio. € gelten. Nicht für persönliche US-LLCs oder paraguayische SRLs von Auswanderern.
- Die territoriale Besteuerung Paraguays (0 % auf Auslandseinkommen natürlicher Personen) ist KEIN Thema von BEPS 2.0. BEPS 2.0 befasst sich mit der Körperschaftsteuer multinationaler Unternehmen, nicht mit der Einkommensteuer natürlicher Personen.
Die wahren Auswirkungen von BEPS 2.0 auf das globale Steuerökosystem
Auswirkung 1: Das Ende ultra-vorteilhafter Steuersysteme für multinationale Unternehmen
Länder, die multinationale Unternehmen mit Körperschaftsteuersätzen unter 15 % anlockten, müssen sich anpassen:
- Irland: Der Körperschaftsteuersatz betrug 12,5 %. Irland hat seinen Satz für große Unternehmen, die unter Säule 2 fallen, auf 15 % erhöht (wobei 12,5 % für nicht betroffene KMU beibehalten wurden). Irland bleibt attraktiv, aber der Unterschied zu anderen Ländern hat sich verringert.
- Luxemburg: Die Patentbox-Regelungen und ultra-vorteilhaften Holding-Strukturen werden angepasst, um einen effektiven Mindestsatz von 15 % für die betroffenen Gruppen zu erreichen.
- Singapur, Hongkong, Schweiz: Diese Jurisdiktionen passen ihre Sonderregelungen (IP-Box, Headquarter-Anreize) an, um die 15 %-Grenze einzuhalten.
- Vereinigte Arabische Emirate: Die VAE haben 2023 eine Körperschaftsteuer von 9 % eingeführt (zuvor 0 %) – teilweise unter BEPS-Druck, auch wenn der Satz unter der 15 %-Schwelle von Säule 2 liegt (die VAE erwägen eine QDMTT von 15 % für betroffene Gruppen).
Diese Änderungen betreffen große multinationale Unternehmen, nicht Einzelpersonen. Aber sie verändern die Landschaft des internationalen Steuerwettbewerbs – und einige Länder könnten die Gelegenheit nutzen, ihre Reformen über Säule 2 hinaus zu erweitern.
Auswirkung 2: Der potenzielle Ansteckungseffekt
Das langfristige Risiko für Auswanderer ist nicht BEPS 2.0 selbst – es ist der Ansteckungseffekt. Die globale Mindeststeuer von 15 % für multinationale Unternehmen schafft einen politischen Präzedenzfall und eine Erzählung:
- „Wenn multinationale Unternehmen mindestens 15 % zahlen müssen, warum dann nicht auch wohlhabende Privatpersonen?“
- „Die globale Mindeststeuer funktioniert für Unternehmen – lasst uns sie auf natürliche Personen ausweiten.“
- Die OECD, die EU und einige Regierungen (insbesondere Frankreich) treiben bereits die Idee einer globalen Mindeststeuer für wohlhabende Privatpersonen voran.
Dies ist noch kein konkretes Projekt – aber es ist eine politische Richtung. Hier sind die Initiativen, die man beobachten sollte:
- Der brasilianische Vorschlag an die G20 (2024): Brasilien (G20-Vorsitz 2024) hat eine globale Mindeststeuer von 2 % auf das Nettovermögen von Milliardären vorgeschlagen. Der vom brasilianischen G20 in Auftrag gegebene Bericht (2024) schätzt, dass diese Steuer 200-250 Milliarden USD/Jahr an weltweiten Einnahmen generieren könnte.
- Der EU-Vorschlag „Taxing the Ultra-Rich“: Diskussionen im Europäischen Parlament über eine Mindeststeuer auf sehr hohe Vermögen. Im Frühstadium.
- Die Ausweitung von Säule 2 auf KMU: Die Schwelle von 750 Mio. € könnte in den kommenden Jahren gesenkt werden (auf 250 Mio. €, dann 50 Mio. € usw.). Dies ist ein plausibles Szenario in 5-10 Jahren – aber es würde immer noch nur Unternehmen betreffen, nicht Einzelpersonen.
Auswirkung 3: Der Druck auf kleine territoriale Länder
BEPS 2.0 erzeugt einen indirekten Druck auf Länder mit territorialer Besteuerung:
- EU-Schwarzliste: Die EU nutzt ihre Liste der „nicht kooperativen Jurisdiktionen“ (schwarze Liste) als Druckmittel. Ein Land, das nicht mit den BEPS-Standards kooperiert, riskiert, auf dieser Liste zu landen = wirtschaftliche Sanktionen (Einschränkungen des Kapitalverkehrs, zusätzliche Kosten für Unternehmen, die mit diesem Land handeln).
- Paraguay und die schwarze Liste: Paraguay steht 2026 NICHT auf der schwarzen Liste der EU. Es kooperiert mit dem CRS, ist der multilateralen Konvention über die Amtshilfe beigetreten und wird nicht als Steueroase betrachtet. Die Territorialität an sich ist kein Kriterium für die Aufnahme auf die schwarze Liste – wichtig ist die Zusammenarbeit beim Informationsaustausch und der Transparenz. Paraguay erfüllt diese Kriterien.
- Das zukünftige Risiko: Sollte die OECD oder die EU eines Tages entscheiden, dass Territorialität eine "harmful tax practice" (schädliche Steuerpraxis) ist, könnte Paraguay unter Druck geraten, seine Regelung zu ändern. Dieses Szenario ist mittelfristig unwahrscheinlich (Territorialität ist ein legitimes Steuersystem, das von der OECD anerkannt wird – Hongkong, Singapur und Panama wenden es an, ohne auf der schwarzen Liste zu stehen), aber langfristig (> 10 Jahre) nicht unmöglich.
- Der Vorschlag von Gabriel Zucman: Der französische Ökonom Gabriel Zucman (Direktor des EU Tax Observatory) hat eine globale Mindeststeuer von 2 % auf das Nettovermögen von Milliardären vorgeschlagen. Der vom brasilianischen G20 (2024) in Auftrag gegebene Bericht schätzt, dass diese Steuer 200-250 Milliarden USD/Jahr an weltweiten Einnahmen generieren könnte.
- Die politische Unterstützung: Frankreich, Brasilien, Spanien und Südafrika unterstützen die Idee. Die USA, Großbritannien und Deutschland sind zurückhaltender. Steueroasen und Länder mit territorialer Besteuerung sind dagegen.
- Die Hindernisse: Eine globale Steuer für Privatpersonen ist unendlich komplexer als Säule 2 für Unternehmen. Unternehmen haben geprüfte Bilanzen, identifizierbare Rechtsstrukturen und standardisierte Berichtspflichten. Privatpersonen haben diversifizierte Vermögenswerte (Immobilien, Kunst, Trusts, Bargeld, Krypto), die schwer zu bewerten sind, weniger transparente Strukturen und verfassungsrechtliche Rechte (Eigentumsrecht, nationale Souveränität), die den Umfang einer globalen Steuer begrenzen.
- Der realistische Zeitplan: Selbst im optimistischsten Szenario (für seine Befürworter) wäre eine globale Mindeststeuer für Privatpersonen nicht vor 2030-2035 einsatzbereit – und wahrscheinlich niemals in Form eines einheitlichen Satzes, der für alle Einwohner aller Länder gilt.
- Eine Mindeststeuer für Milliardäre (Vermögen > 100 Mio. €) zu einem Satz von 1-2 % – koordiniert von den G20-Ländern angewendet.
- Eine Verschärfung der nationalen Wegzugssteuern (Frankreich verschärft bereits seine), um latente Kapitalgewinne zum Zeitpunkt der Abreise zu erfassen.
- Eine Intensivierung des Informationsaustauschs (erweitertes CRS, CARF für Krypto) zur Verbesserung der Transparenz – nicht zur Schaffung einer neuen Steuer.
- Keine Verpflichtung für territoriale Länder, ihr nationales Steuersystem zu ändern.
- Senkung der Schwelle von Säule 2: Wenn die Schwelle von 750 Mio. € auf 250 Mio. €, dann auf 50 Mio. €, dann auf 10 Mio. € gesenkt wird – zeigt der Trend einen Wunsch, immer mehr Unternehmen abzudecken. Langfristig könnte die Schwelle so weit sinken, dass sie bedeutende KMU erfasst. Ein Absinken unter 10 Mio. € ist jedoch politisch unwahrscheinlich (zu viele betroffene KMU in Industrieländern = massiver politischer Widerstand).
- Diskussion auf G20/OECD über eine Mindeststeuer für Privatpersonen: Wenn das Thema vom "akademischen Diskussionsstadium" zum "OECD-Arbeitsgruppenstadium mit Mandat" übergeht, ist dies ein ernstes Signal. Im Jahr 2026 befinden wir uns noch im akademischen Stadium.
- Druck auf Paraguay über die EU-Schwarzliste: Wenn Paraguay auf der Beobachtungsliste (grau) oder der Schwarzen Liste der EU erscheint, ist dies ein Signal, dass der internationale Druck auf die Territorialität zunimmt. Im Jahr 2026 ist Paraguay konform.
- Gesetzesänderungen in Paraguay: Jeder paraguayische Gesetzentwurf zur Änderung der Territorialität (Besteuerung ausländischer Einkünfte, auch teilweise) ist ein sofortiges Warnsignal. Verfolgen Sie die Nachrichten über Ihren paraguayischen Steuerberater und lokale Medien (ABC Color, La Nación).
- Besteuerung der Staatsbürgerschaft in Europa: Wenn ein europäisches Land (z. B. Frankreich) einen Mechanismus zur Besteuerung aufgrund der Staatsbürgerschaft (wie die USA) einführt, würden französische Expatriates besteuert, selbst wenn sie in Paraguay leben. Dies ist ein extremes und politisch schwieriges Szenario (Einschränkung der Freizügigkeit für EU-Bürger), aber nicht unmöglich.
- Erwerben Sie die paraguayische Staatsbürgerschaft: Nach 3 Jahren Aufenthalt können Sie die paraguayische Staatsbürgerschaft erhalten (Doppelstaatsbürgerschaft bleibt erhalten). Sollte Frankreich eines Tages die Staatsbürgerschaft besteuern, wäre der Verzicht auf die französische Staatsbürgerschaft eine Option (extrem, aber bei Bedarf verfügbar). Die paraguayische Staatsbürgerschaft bietet Ihnen maximale Flexibilität.
- Diversifizieren Sie Ihre Vermögenswerte geografisch: Legen Sie nicht alles in Paraguay an. Verteilen Sie es auf die USA (Mercury, Interactive Brokers), Luxemburg (Lebensversicherung), Paraguay (Immobilien, SRL) und eventuell Singapur oder Hongkong (Investmentkonten). Geografische Diversifizierung schützt vor dem Risiko von Gesetzesänderungen in einem bestimmten Land.
- Bauen Sie Ihr Vermögen schnell auf: Das Fenster der Territorialität von 0 % ist heute geöffnet. Jedes Jahr mit 0 % ist ein Jahr maximaler Kapitalisierung. Selbst wenn sich die Territorialität in 10 Jahren ändern sollte, sind die 10 Jahre des Sparens bei 0 % erworben und endgültig. Niemand kann Ihre früheren Ersparnisse rückwirkend besteuern.
- Bleiben Sie informiert: Verfolgen Sie die Entwicklungen der OECD/G20 zur internationalen Besteuerung. Die Ankündigungen sind öffentlich (OECD-Website, Berichte des Inclusive Framework). Ihr Steuerberater und Ihr Steueranwalt sollten Sie bei wesentlichen Änderungen informieren.
- Verpflichtet sich Paraguay, die Mindeststandards des BEPS (Informationsaustausch, Bekämpfung von Vertragsmissbrauch, länderbezogene Berichterstattung) einzuhalten.
- Ist Paraguay NICHT verpflichtet, Säule 2 zu übernehmen (dies ist kein Mindeststandard – es ist ein Rahmen, den die Länder entweder umsetzen oder nicht).
- Im Jahr 2026 hat Paraguay keine Pläne angekündigt, Säule 2 umzusetzen oder seine Territorialität zu ändern. Das Land ist mit den bestehenden Standards konform und unterliegt keinem spezifischen Druck der OECD.
- Keine betroffenen multinationalen Unternehmen: Paraguay beherbergt keine Hauptsitze multinationaler Unternehmen mit einem Umsatz von 750+ Mio. €. Säule 2 hat kein „Ziel“ in Paraguay – es gibt keine zu schützende Steuerbasis.
- CRS-Zusammenarbeit: Paraguay tauscht Bankinformationen automatisch aus = transparent in den Augen der OECD.
- Multilateraler Vertrag über die Amtshilfe: Paraguay ist diesem beigetreten = Zusammenarbeit bei der internationalen Steuerkontrolle.
- Nicht auf schwarzen Listen: weder EU noch FATF. Paraguay ist ein kooperatives Land im Hinblick auf internationale Standards.
Das Zukunftsszenario: Eine globale Mindeststeuer für Privatpersonen?

Der Stand der Diskussion im Jahr 2026
Die Idee einer globalen Mindeststeuer für Privatpersonen (nicht nur multinationale Unternehmen) ist in der internationalen politischen Debatte, aber noch kein konkretes Projekt:
Mögliche Formen einer Mindeststeuer für Privatpersonen
Sollte eine solche Steuer eingeführt werden, könnte sie verschiedene Formen annehmen:
| Modell | Mechanismus | Wer wäre betroffen | Auswirkungen auf einen Auswanderer in PY |
|---|---|---|---|
| Globale Vermögenssteuer (Zucman) | 2 % pro Jahr auf das Nettovermögen > 100 Mio. USD | ~3.000 Milliardäre weltweit | Keine (es sei denn, Ihr Vermögen übersteigt 100 Mio. USD) |
| Mindesteinkommensteuer für Ultrareiche | Mindestsatz von 15-20 % auf Einkommen > 1-5 Mio. €/Jahr | Die sehr hohen Einkommen (Top 0,01 %) | Keine für 99,99 % der Auswanderer in Paraguay |
| Ausweitung von Säule 2 auf natürliche Personen | Das Land der Staatsbürgerschaft erhebt eine Ergänzungssteuer, wenn das Wohnsitzland weniger als 15 % besteuert | Alle Auswanderer, die in Ländern mit niedriger Besteuerung leben | Potenziell wirksam – aber das unwahrscheinlichste Szenario (Implikation: Besteuerung nach Staatsbürgerschaft, wie in den USA) |
| Europäische Mindeststeuer für EU-Auswanderer | Ein EU-Bürger, der in ein Nicht-EU-Land mit niedriger Besteuerung auswandert, wird von seinem Herkunftsland für X Jahre mindestens besteuert | EU-Auswanderer | Potenziell wirksam, aber zeitlich begrenzt und wahrscheinlich gedeckelt |
In den meisten Szenarien würde eine globale Mindeststeuer für Privatpersonen nur die Ultrareichen betreffen (Vermögen > 100 Mio. € oder Einkommen > 1-5 Mio. €/Jahr). Für einen Expatriate in Paraguay mit einem Einkommen von 100.000-500.000 €/Jahr würde keines dieser Szenarien zutreffen – selbst in den ambitioniertesten Formen des Projekts.
Das realistischste Szenario (und warum es Sie nicht betrifft)
Das wahrscheinlichste Szenario für den Zeitraum 2030-2035 ist eine Kombination von Maßnahmen, die auf die Ultrareichen abzielen, keine universelle Reform:
Zusammenfassend: BEPS 2.0 und seine Entwicklungen bedrohen weder die paraguayische Territorialität noch die steuerliche Situation eines "normalen" französischsprachigen Expatriates (Einkommen < 5 Mio. €/Jahr, Vermögen < 50 Mio. €). Die mediale Darstellung vom "Ende der Steueroasen" ist für Privatpersonen stark übertrieben.
Was Expatriates in Paraguay beachten sollten
Warnsignale
Auch wenn BEPS 2.0 Sie 2026 nicht betrifft, sind dies die Signale, die Sie für die kommenden Jahre beobachten sollten:
Die langfristige Schutzstrategie
Auch wenn die Risiken mittelfristig gering sind, ist eine umsichtige Vermögensschutzstrategie erforderlich:
Die Mythen, die es zu entlarven gilt
Mythos 1: „Die globale Mindeststeuer von 15 % gilt für alle.“
Falsch. Sie gilt nur für multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Umsatz von > 750 Mio. €. Nicht für natürliche Personen, nicht für KMU, nicht für persönliche US-LLCs, nicht für paraguayische SRLs.
Mythos 2: „Paraguay muss aufgrund von BEPS ausländische Einkünfte besteuern.“
Falsch. BEPS 2.0 verlangt von den Ländern nicht, ihr nationales Steuersystem für natürliche Personen zu ändern. Paraguay kann seine Territorialität beibehalten und gleichzeitig den BEPS-Standards entsprechen – was es auch tut (CRS, Amtshilfe, Transparenz).
Mythos 3: „Steueroasen sind dank BEPS 2.0 tot.“
Teilweise wahr für multinationale Unternehmen, falsch für Privatpersonen. Die Körperschaftsteuersysteme von 0-5 % für Tochtergesellschaften multinationaler Unternehmen sind tatsächlich im Verschwinden begriffen (Untergrenze bei 15 %). Aber die 0 %-Systeme für natürliche Personen (Territorialität, Länder ohne Einkommensteuer) sind von BEPS 2.0 nicht betroffen.
Mythos 4: „Man muss auswandern, bevor die globale Mindeststeuer für Privatpersonen gilt.“
Verfrüht. Es gibt kein konkretes Projekt für eine globale Mindeststeuer für Privatpersonen im Jahr 2026. Die akademischen und politischen Diskussionen befinden sich im embryonalen Stadium. Die Dringlichkeit der Auswanderung ergibt sich aus der aktuellen französischen Besteuerung (45 % + PS + CEHR + LMNP-Reform + verschärfte Wegzugssteuer), nicht aus einer hypothetischen globalen Mindeststeuer, die noch nicht existiert und Sie wahrscheinlich auch dann nicht betreffen würde, wenn sie existierte.
Mythos 5: „Wenn ich weniger als 750 Mio. € verdiene, aber eine US-LLC nutze, bin ich von Säule 2 betroffen.“
Falsch. Die Schwelle ist der konsolidierte Umsatz der GRUPPE, nicht der Entität. Ihre US-LLC mit 200.000 € Umsatz ist kein „multi nationaler Konzern mit 750 Mio. € Umsatz“. Selbst wenn Sie 10 LLCs in 10 Ländern hätten, sind Sie nicht betroffen, wenn deren Gesamtumsatz unter 750 Mio. € liegt.
BEPS 2.0 und Paraguay: Die offizielle Position
Paraguay im OECD Inclusive Framework
Paraguay ist Mitglied des Inclusive Framework on BEPS der OECD – der Gruppe von über 140 Ländern, die die BEPS-Standards verhandelt und umsetzt. Als Mitglied:
Warum Paraguay nicht unter Druck steht
Paraguay tut, was die OECD verlangt (Transparenz, Zusammenarbeit, Informationsaustausch), ohne das zu tun, was die OECD NICHT verlangt (Besteuerung ausländischer Einkünfte von natürlichen Personen). Dies ist die ideale Position: konform und territorial zugleich.
Fazit

BEPS 2.0 und die globale Mindeststeuer von 15 % sind wichtige Reformen der internationalen Besteuerung – aber sie betreffen NICHT Expatriates in Paraguay im Jahr 2026. Säule 2 gilt für multinationale Konzerne mit einem Umsatz von 750+ Mio. €, nicht für Freiberufler, Unternehmer, Investoren oder Rentner. Die paraguayische Territorialität ist durch BEPS 2.0 nicht bedroht. Ihre Auslandseinkünfte bleiben bei 0 %.
Zukünftige Risiken (Mindeststeuer für vermögende Privatpersonen, Ausweitung von Säule 2, Druck auf territoriale Länder) bestehen, liegen aber im Horizont von 5-15 Jahren, würden wahrscheinlich nur die Ultrareichen betreffen (Vermögen > 100 Mio. €) und die große Mehrheit der Expatriates nicht beeinflussen. Die Schutzstrategie ist einfach: die paraguayische Staatsbürgerschaft erwerben (3 Jahre), Vermögenswerte geografisch diversifizieren, schnell Kapital aufbauen, solange das Fenster offen ist, und informiert bleiben.
Das mediale Narrativ vom "Ende der Steueroasen" verkauft Zeitungen, entspricht aber nicht der Realität für natürliche Personen im Jahr 2026. Multinationale Konzerne mit einem Umsatz von 750+ Mio. € sind betroffen. Sie, mit Ihrer US-LLC, Ihrer Mercury Bank und Ihrer Wohnung in Villa Morra – Sie sind es nicht. Paraguay bleibt 2026 das, was es immer war: ein Land mit reiner Territorialität, konform mit internationalen Standards und zugänglich ab 1.400 €.
Möchten Sie die Territorialität nutzen, solange sie bei 0 % liegt? Kontaktieren Sie unser Team, um Ihren paraguayischen Steuerwohnsitz (ab 1.400 €) zu beginnen. US-LLC, Bankkonto, Buchhaltung (30 €/Monat). Die globale Mindeststeuer von 15 % betrifft Sie nicht – aber die französische Steuer von 45 % betrifft Sie jeden Tag, an dem Sie in Frankreich ansässig bleiben.