Belgischer Rentner (72) in Paraguay: von 26.000 € Jahressteuern und 800.000 € Erbschaftssteuern zu einem sonnigen Ruhestand im Jahr 2026
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„Ich habe 45 Jahre in Belgien gearbeitet. Als Industrieller gründete ich mein Unternehmen mit 27 Jahren und verkaufte es mit 65. 45 Jahre lang habe ich meine Steuern bezahlt – alle meine Steuern. Arbeitgeberbeiträge, Arbeitnehmerbeiträge, Berufssteuervorauszahlung, mobile Vorauszahlung, Gemeindesteuer, Erbschaftssteuer auf das Erbe meiner Eltern, Sozialbeiträge. Belgien hat mir alles bis auf den letzten Cent genommen. Mit 72 Jahren habe ich beschlossen, dass es genug ist. Meine letzten Jahre lebe ich für mich.“
Georges Van den Berg ist 72 Jahre alt. Er ist ein belgischer Rentner, ehemaliger Geschäftsführer eines wallonischen Industrie-KMU (Herstellung von Metallteilen für die Automobilindustrie), das er 38 Jahre lang gegründet und geleitet hat, bevor er es 2019 veräußerte. Vermögen: ca. 3,5 Millionen Euro (Verkaufserlös + Immobilien + Finanzportfolio + belgische Lebensversicherung). Seit seinem Umzug nach Paraguay im Jahr 2025 bezieht er seine Renten- und Anlageerträge zu einer drastisch reduzierten Besteuerung, während er einen Lebensstandard genießt, den er sich in Belgien für dasselbe Budget niemals hätte leisten können.
Hier ist seine Geschichte – rekonstruiert aus repräsentativen Profilen belgischer Rentner, die sich in Paraguay niedergelassen haben. Vornamen und einige Details wurden geändert, um die Vertraulichkeit zu wahren.
Die Situation in Belgien: der vermögende Rentner in der Zwickmühle
Georges' Einkommen in Belgien
- Gesetzliche Rente: ca. 2.200 €/Monat brutto (Rente für Selbstständige, gedeckelt trotz 45 Beitragsjahren). Netto nach Berufssteuervorauszahlung und INAMI-Beiträgen: ca. 1.850 €/Monat.
- Zusatzrente (PLCI + EIP/PCLI): angesammeltes Kapital von ca. 350.000 €, mit 65 Jahren liquidiert. In Wertpapierdepots angelegt: Rendite ca. 4 %/Jahr = ca. 14.000 €/Jahr brutto.
- Finanzportfolio: ca. 800.000 € in Aktien, Anleihen, Fonds. Rendite ca. 4,5 %/Jahr = ca. 36.000 €/Jahr brutto.
- Vermietete Immobilien (2 Wohnungen in Namur): Mieteinnahmen ca. 18.000 €/Jahr brutto.
- Belgische Lebensversicherung (Branche 21 + 23): ca. 400.000 € Guthaben.
- Gesamte Bruttoeinnahmen: ca. 94.000 €/Jahr (ca. 7.800 €/Monat)
Die belgische Besteuerung des „reichen“ Rentners
Belgien wird oft als Steueroase im Vergleich zu Frankreich dargestellt, da es keine ISF/IFI und keine Steuer auf Kapitalgewinne gibt. Für einen Rentner mit diversifizierten Einkommen ist die Realität jedoch anders:
| Einkommensart | Bruttojahresbetrag | Belgische Besteuerung | Geschätzte Steuer |
|---|---|---|---|
| Gesetzliche Rente | 26.400 € | Progressiver Tarif 25-50 % + kommunale Zuschläge (ca. 7 %) | ca. 6.500 € |
| Kapitaleinkünfte (Dividenden, Zinsen) | 50.000 € | Quellensteuer 30 % (abgeltend) | ca. 15.000 € |
| Mieteinnahmen | 18.000 € | Indexierter Katasterertrag × 1,4 + progressiver Tarif. Praktisch: ca. 25-35 % effektiv auf den neu bewerteten Katasterertrag. | ca. 3.000 € |
| INAMI/AMI-Beiträge | — | 3,55 % auf Bruttorente | ca. 940 € |
| Solidaritätsbeitrag | — | 0-2 % je nach Renteneinkommen | ca. 400 € |
| Steuer auf Wertpapierdepots (> 1 Mio. €) | — | 0,15 % auf den Wert > 1 Mio. € | ca. 300 € (falls zutreffend) |
| Gesamtabzüge pro Jahr | ca. 26.140 € | ||
| Effektiver Steuersatz auf Bruttoeinkommen | ca. 27,8 % |
Der effektive Steuersatz von 27,8 % ist niedriger als der eines vergleichbaren französischen Einwohners (ca. 35-45 %), bleibt aber erheblich: 26.000 €/Jahr an Steuern für einen Rentner, der bereits 45 Jahre lang Steuern gezahlt hat. Georges: „Ich habe den belgischen Staat 45 Jahre lang finanziert. Mein Unternehmen beschäftigte 60 Leute. Ich habe Millionen an Arbeitgeberbeiträgen gezahlt. Und mit 72 Jahren nimmt man mir immer noch 26.000 € pro Jahr ab. Wann ist genug genug?“
Die Falle der belgischen Erbschaftssteuer
Die eigentliche Falle ist jedoch nicht die laufende Besteuerung – es ist die Erbschaftssteuer. Die Erbschaftssteuer in Wallonien (Georges' Region) gehört zu den höchsten in Europa:
- In direkter Linie (Kinder): progressiver Tarif 3-30 %. Ab 500.000 €: 30 %. Dies ist der höchste Grenzsteuersatz in Belgien (Wallonien).
- Für ein Vermögen von 3,5 Mio. €, das an 2 Kinder vererbt wird: geschätzte Steuern von ca. 700.000-900.000 €
- Keine nennenswerten Freibeträge: Im Gegensatz zu Frankreich (100.000 € pro Kind) hat Wallonien nur progressive Stufen ohne echten Freibetrag
Von 3,5 Mio. € Vermögen riskierte Georges, 700.000-900.000 € dem wallonischen Staat zu überlassen, anstatt sie seinen Kindern und Enkeln zu vermachen. Diese Erbschaftsberechnung war der Auslöser für die Entscheidung zur Auswanderung – mehr als die laufende Besteuerung.
Die Entscheidung: mit 72 Jahren gehen
Die Motivationen
- Erbschaft: Reduzierung der Erbschaftssteuer um 700.000-900.000 € durch Verlagerung des Vermögens außerhalb Belgiens
- Laufende Besteuerung: Reduzierung der 26.000 €/Jahr an Abzügen auf Renten- und Anlageerträge
- Klima: „Ich bin 72 Jahre alt. Meine Gelenke vertragen die belgischen Winter nicht mehr. Die Feuchtigkeit, die Kälte, das Grau 8 Monate im Jahr – das ist vorbei. Ich will Sonne.“
- Lebenshaltungskosten: Belgien ist teuer für einen Rentner (Hausunterhalt, Heizung, Versicherungen, Lebensmittel). Paraguay bietet einen höheren Lebensstandard zu geringeren Kosten.
- Das Abenteuer: „Meine Frau ist vor 4 Jahren gestorben. Meine Kinder sind erwachsen und selbstständig. Ich bin allein in einem großen Haus in Namur. Warum bleiben? Um den Regen durchs Fenster zu beobachten? Ich habe noch 10-15 gute Jahre vor mir. Die werde ich leben.“
Die Sorgen eines Siebzigjährigen
- Die Gesundheit: „Mit 72 Jahren ist das meine Hauptsorge. Können mich paraguayische Krankenhäuser behandeln, wenn ich ein Herzproblem habe? Einen Schlaganfall? Krebs?“
- Die Isolation: „Ich bin Witwer. Meine Kinder sind in Belgien. Wenn ich allein in Paraguay bin und in meiner Wohnung stürze, wer findet mich dann?“
- Die Sprache: „Mit 72 Jahren Spanisch lernen? Meine Kinder dachten, das sei unmöglich.“
- Die Entfernung: „Namur-Asunción, das sind 12.000 km. Wenn ein Enkelkind geboren wird oder ein Freund stirbt, bin ich 20 Stunden Reisezeit entfernt.“
Was ihn überzeugt hat
- Treffen mit anderen belgischen Auswanderer-Rentnern: Georges kontaktierte über ein Auswandererforum einen belgischen Rentner, der seit 3 Jahren in Asunción lebte. Sie tauschten sich 2 Monate lang per Zoom aus. „Er sagte mir: ‚Georges, komm. Du wirst sehen, es ist besser, als du denkst.‘“
- 3-wöchige Erkundungsreise: Besuch von Asunción, Treffen mit der französischsprachigen Gemeinschaft, Besuch von Privatkliniken, Besichtigung von Wohnungen, Mittagessen in Auswanderer-Vierteln. „Nach 5 Tagen wusste ich es. Hier ist es.“
- Die Erbschaftsberechnung: 700.000-900.000 € an Erbschaftssteuern vermieden = unwiderlegbares Argument. „Ich gebe das Geld lieber meinen Enkeln als dem wallonischen Staat.“
Die Niederlassung: ein belgischer Rentner in Asunción
Der Prozess
- Paraguayischer Steuerwohnsitz innerhalb von 3 Monaten erhalten (ab 1.400 €)
- Abmeldung aus dem belgischen Nationalregister (Gemeinde Namur) und Anmeldung beim belgischen Konsulat in Buenos Aires (zuständiges Konsulat für Paraguay)
- Mitteilung an den FÖD Finanzen (belgische Steuerverwaltung) über die Wohnsitzverlegung
- Umzug aus dem Haus in Namur: Verkauf (nach 8 Monaten verkauft, ca. 380.000 €) statt Vermietung (Georges wollte keine belgischen Immobilien mehr verwalten)
- 2 Mietwohnungen in Namur: vorerst behalten (belgische Mieteinnahmen bleiben bestehen, in Belgien besteuert)
- Finanzportfolio über einen internationalen Broker (Interactive Brokers) über eine US-LLC übertragen
- Belgische Lebensversicherung: behalten (keine Rückkauf, kontinuierliche Kapitalisierung)
Die Unterkunft
Georges wählte eine 2-Zimmer-Wohnung in einer sicheren Wohnanlage im Viertel Manorá:
- Miete: 650 USD/Monat (ca. 600 €). 75 m², hell, Balkon, Wohnanlage mit 24-Stunden-Wachdienst, Pool, Grünflächen.
- „Mein Haus in Namur hatte 180 m² und ich nutzte 60 davon. Hier habe ich 75 m² gut aufgeteilt und lebe auf der gesamten Fläche. Das reicht für einen alleinstehenden Mann. Und die Wohnanlage ist lebendig – ich treffe Nachbarn, grüße den Wachdienst, ich bin nicht allein in einem großen leeren Haus.“
- Möbel vor Ort gekauft: 2.500 € für die komplette Ausstattung (neue Möbel, Bettwäsche, Geschirr, kleine Haushaltsgeräte). „In Belgien war allein der Wohnzimmertisch mehr wert als die gesamte Einrichtung meiner paraguayischen Wohnung.“
Haushaltshilfe
Georges beschäftigt eine Haushaltshilfe an 5 halben Tagen pro Woche:
- Reinigung, Einkäufe, Essenszubereitung, Wäsche
- Kosten: 280 USD/Monat (ca. 260 €)
- „In Belgien hatte ich eine Putzfrau 4 Stunden pro Woche für 200 € pro Monat nach ALE. Hier habe ich jemanden an 5 halben Tagen pro Woche für kaum mehr Geld. Sie kocht, sie kauft ein, sie kümmert sich um mich. Das ist ein Luxus, den ich mir in Belgien zu diesem Preis niemals hätte leisten können.“
- Die Haushaltshilfe ist auch ein Sicherheitsnetz: „Wenn ich stürze, wenn ich krank bin, wenn ich Hilfe brauche – sie ist 5 Tage die Woche da. Meine Kinder in Belgien sind beruhigt.“
Die Gesundheit: die Hauptsorge des Rentners

Zugang zur Gesundheitsversorgung in Asunción
Georges hat vor seiner Abreise eine gründliche Recherche über das paraguayische Gesundheitssystem durchgeführt:
- Privatkliniken: Sanatorio Migone, Santa Clara, Italiana, Francesa – Privatkliniken mit gutem Standard und moderner Ausstattung (CT, MRT, Operationssaal). Georges ist in der Clínica Italiana (italienische Gemeinschaft in Paraguay, guter Ruf) registriert.
- Hausarzt: französischsprachiger Kardiologe, in Argentinien ausgebildet. Konsultation: 40 USD (ca. 37 €). „In Belgien verlangte mein Kardiologe 85 €. Hier 37 €. Für die gleiche Kompetenz – er hat in Buenos Aires studiert, einer der besten medizinischen Ausbildungen Lateinamerikas.“
- Medikamente: gut ausgestattete Apotheken. Gängige Medikamente (Statine, Antihypertensiva usw.) kosten 30-70 % weniger als in Belgien. „Meine Schachtel Statine: 8 € hier vs. 25 € in Belgien (gleiches Molekül, gleiche Dosierung).“
- Zahnarzt: moderne Praxis im Viertel, 25-40 USD/Sprechstunde. „Meine Zahnsteinentfernung kostet 30 €. In Belgien waren es 80 € vor Erstattung.“
Die Krankenversicherung
- Internationale Krankenversicherung: 350 €/Monat (April International Vertrag, weltweite Abdeckung, Rückführung inklusive). Teurer als für einen jungen Menschen, aber mit 72 Jahren unerlässlich.
- Abdeckung: Krankenhausaufenthalt, Konsultationen, Untersuchungen, Chirurgie. Jährliche Obergrenze: 1 Mio. €. Selbstbehalt: 200 €/Jahr.
- Medizinische Evakuierung: bei komplexen Pathologien, die in Paraguay nicht behandelt werden können, Evakuierung nach Buenos Aires (1,5 Std. Flug) oder São Paulo (2 Std. Flug). Beide Städte verfügen über internationale Krankenhäuser (Hospital Italiano Buenos Aires, Hospital Sírio-Libanês São Paulo).
- Belgische Krankenkasse: gekündigt (kein belgischer Wohnsitz mehr = keine INAMI-Deckung mehr). Kompensiert durch die internationale Versicherung.
Gesundheitsbilanz nach 14 Monaten
- 2 routinemäßige kardiologische Konsultationen (EKG + Blutuntersuchung): insgesamt ca. 100 €
- 1 Kontroll-Thorax-CT (ehemaliger Raucher): ca. 120 €
- Zahnarzt (2 Kontrollen + 1 Krone): insgesamt ca. 250 €
- Physiotherapeut (Rückenschmerzen): 20 €/Sitzung, 10 Sitzungen = 200 €
- Jahresapotheke (chronische Medikamente): ca. 400 €/Jahr (vs. ca. 800 €/Jahr in Belgien nach Erstattung)
- Gesamtausgaben für Gesundheit im 1. Jahr: ca. 1.070 € (ohne Versicherung). In Belgien: vergleichbar, aber mit der Komplexität des Drittzahler-Systems.
- „Die Qualität der Versorgung hat mich angenehm überrascht. Es ist nicht das Universitätskrankenhaus von Lüttich, aber für die Routineversorgung eines Rentners ist es mehr als ausreichend. Und mein Kardiologe nimmt sich Zeit, mir alles zu erklären – nicht 5 Minuten im Vorbeigehen wie in Namur.“
Die Besteuerung in Paraguay: der optimierte belgische Rentner
Einkommen in Paraguay
| Einkommensart | Bruttojahresbetrag | Besteuerung Belgien (vorher) | Besteuerung Paraguay (nachher) |
|---|---|---|---|
| Belgische gesetzliche Rente | 26.400 € | Belgische IPP + kommunale Steuern = ca. 6.500 € | Belgisch-paraguayisches Abkommen: Rente im Wohnsitzland steuerpflichtig → 0 % in Paraguay (ausländische Quelle) ODER belgischer Quellensteuerabzug gemäß Abkommen. Praktisch: INAMI-Abzug 3,55 % (ca. 940 €) und Solidaritätsbeitrag (ca. 400 €) bleiben durch die ONP bestehen. Netto: ca. 25.060 €. |
| Kapitaleinkünfte (Dividenden, Zinsen über US-LLC) | 50.000 € | Quellensteuer 30 % = 15.000 € | 0 % Paraguay (ausländische Quelle über US-LLC + Interactive Brokers) = 0 € |
| Mieteinnahmen (Namur, behalten) | 18.000 € | ca. 3.000 € (neu bewerteter Katasterertrag + Tarif) | Immer noch in Belgien besteuert (belgische Immobilien) = ca. 3.000 €. Nicht in Paraguay besteuert. |
| Erlös Hausverkauf (380.000 €, reinvestiert) | Rendite ca. 4 % = ca. 15.200 € | Quellensteuer 30 % in Belgien = ca. 4.560 € | 0 % Paraguay (US-LLC) |
| Gesamtabzüge | ca. 26.140 € | ca. 4.340 € (INAMI + Solidarität + restliche belgische Grundsteuer) |
Jährliche Steuerersparnis: ca. 21.800 €/Jahr. In 10 Jahren: ca. 218.000 € an vermiedenen Abzügen. Die größte Ersparnis liegt jedoch bei der Erbschaftssteuer.
Die Erbschaftsstrategie
Dies ist der Kern von Georges' Strategie. Durch die Verlagerung seines Wohnsitzes und die schrittweise Verlagerung seines Vermögens außerhalb Belgiens:
- Vermögen außerhalb Belgiens: Finanzportfolio über US-LLC (ca. 1,15 Mio. € + 380.000 € Hausverkaufserlös) + Lebensversicherung übertragen auf einen luxemburgischen Vertrag (ca. 400.000 €) = ca. 1,93 Mio. € außerhalb Belgiens
- Verbleibendes Vermögen in Belgien: 2 Mietwohnungen in Namur (ca. 350.000 €). In Belgien im Todesfall steuerpflichtig (wallonische Erbschaftssteuer).
- Erbschaftssteuer: Auf die 1,93 Mio. € außerhalb Belgiens fällt keine wallonische Steuer mehr an, wenn Georges zum Zeitpunkt seines Todes seit 5+ Jahren kein belgischer Resident mehr ist (belgische Karenzzeit = 5 Jahre, nicht 10 wie in Frankreich).
- Steuern auf die 350.000 € in Belgien: wallonische Erbschaftssteuer auf belgische Immobilien = ca. 45.000-55.000 € (vs. ca. 700.000-900.000 € auf das gesamte Vermögen von 3,5 Mio. €, wenn in Belgien geblieben)
- Erbschaftsersparnis: ca. 650.000-850.000 €
Georges: „Mein Buchhalter hat mir die Berechnung vor meinen Augen gemacht. Wenn ich in Belgien mit 3,5 Mio. € Vermögen sterbe, nimmt der wallonische Staat 700.000-900.000 €. Wenn ich in Paraguay nach 5 Jahren sterbe, nimmt er 45.000-55.000 € (nur auf die verbleibenden belgischen Immobilien). Die Differenz – 650.000-850.000 € – geht an meine Kinder und Enkel. Ich habe 3 Enkelkinder. Das sind 250.000 € mehr für jeden von ihnen. Wie hätte ich nicht gehen können?“
Die Strategie der aktiven Übertragung
Georges wartet nicht nur ab. Er überträgt aktiv zu Lebzeiten:
- Schenkungen über luxemburgische Lebensversicherung: Begünstigungsklausel zugunsten der Kinder und Enkel. Übertragung außerhalb der Erbschaft. 0 % in Paraguay, wenn die Begünstigten außerhalb Belgiens sind.
- Handschenkungen: 100.000 € pro Jahr aufgeteilt auf seine 2 Kinder. In Belgien wird die Handschenkung (ohne notarielle Urkunde) nicht besteuert, wenn sie mehr als 3 Jahre vor dem Tod erfolgt. Aus Paraguay: keine Schenkungssteuer (außerhalb Belgiens).
- Progressiver Verkauf der Wohnungen in Namur: Ziel = null belgisches Vermögen innerhalb von 3-5 Jahren. Erlös in Paraguay (lokale Immobilien) oder über US-LLC reinvestiert. Vollständige Beseitigung des Risikos der wallonischen Erbschaftssteuer.
Siehe unsere detaillierten Leitfäden: internationale Erbschaft und Schenkung und Übertragung.
Das Monatsbudget des Rentners in Asunción
| Posten | Namur (vorher) | Asunción (danach) |
|---|---|---|
| Wohnung | 0 € (Eigentümer, aber Hauskosten ~450 €/Monat: Heizung, Wasser, Strom, Grundsteuer, Versicherung, Instandhaltung) | 650 USD/Monat (Miete all-inclusive, sichere Wohnanlage) |
| Haushaltshilfe | 200 €/Monat (4 Std./Woche über ALE) | 280 USD/Monat (5 halbe Tage/Woche) |
| Lebensmittel | 450 €/Monat | 300 USD/Monat (Einkäufe + Kochen Haushaltshilfe) |
| Restaurant | 200 €/Monat (2-3 Besuche) | 200 USD/Monat (4-5 Besuche, Asado, Restaurants) |
| Transport | 250 €/Monat (Auto, Benzin, Versicherung, Wartung) | 80 USD/Monat (ausschließlich Bolt, kein Auto) |
| Krankenversicherung | ~180 €/Monat (zusätzliche belgische Krankenkasse) | 350 €/Monat (April International, weltweite Deckung) |
| Direkte Gesundheitskosten (Konsultationen, Medikamente) | ~100 €/Monat (nach Erstattung) | ~90 USD/Monat |
| Freizeit (Lesen, Kino, Ausgehen) | 150 €/Monat | 100 USD/Monat |
| Reisen (Rückflüge Belgien, Buenos Aires) | 0 € (war in Belgien) | 400 €/Monat angespart (2 Hin- und Rückflüge Belgien/Jahr + Wochenenden BA) |
| Internet + Telefon | 65 €/Monat | 50 USD/Monat |
| Monatliche Gesamtsumme | ~2 045 € | ~2 550 USD (~2 370 €) davon 400 € Reisen |
Das Monatsbudget ist vergleichbar (~2.370 € in Asunción vs. ~2.045 € in Namur). Aber die Lebensqualität ist unvergleichlich besser:
- Haushaltshilfe 5 halbe Tage/Woche (vs. 4 Std./Woche in Belgien)
- Sichere Wohnanlage mit Pool und 24h-Wachdienst
- Restaurant 4-5x/Woche (vs. 2-3x)
- Sonniges Klima an über 300 Tagen/Jahr (vs. belgischer Trübheit)
- Kein Auto mehr zu warten (Bolt überall)
- Günstigere und schnellere Arzttermine
Und vor allem: 21.800 €/Jahr weniger Abzüge + 650.000-850.000 € Erbschaftssteuer vermieden. Das Lebensbudget ist ähnlich, aber die Gesamtersparnis ist immens.
Der Alltag eines 72-jährigen Rentners in Asunción

Georges' typischer Tagesablauf
- 7 Uhr: Aufwachen, Frühstück auf dem Balkon (Kaffee, frische tropische Früchte – Mango, Papaya, Ananas). Online-Lektüre belgischer Zeitungen (Le Soir, L'Écho).
- 8:30 Uhr: Morgendlicher Spaziergang im Viertel (30-40 Minuten, mildes Wetter morgens auch im Sommer)
- 9:30-11 Uhr: Spanischunterricht (3x/Woche, Lehrer zu Hause, 10 USD/Stunde). „Mit 72 ist das Gedächtnis nicht mehr so frisch. Aber Spanisch, wenn man Französisch und ein bisschen Niederländisch spricht, ist machbar. In 10 Monaten bestelle ich im Restaurant, spreche mit dem Arzt, unterhalte mich mit meinen Nachbarn. Es ist kein Cervantes, aber es funktioniert.“
- 11-12 Uhr: Lesen, Kreuzworträtsel, Korrespondenz (E-Mails an Kinder und Enkelkinder, wöchentlicher Zoom-Anruf mit der Familie)
- 12:30 Uhr: Mittagessen, zubereitet von der Haushaltshilfe (einfache und leckere paraguayische Küche: Paraguayanische Suppe, gegrilltes Fleisch, Mandioka, Gemüse)
- 14-16 Uhr: Siesta oder ruhige Aktivität (Dokumentarfilm, Lektüre, Online-Schach)
- 16-17:30 Uhr: Pool der Wohnanlage oder Spaziergang im Parque de la Salud (nahegelegener Park)
- 18 Uhr: Aperitif auf der Terrasse mit anderen Bewohnern der Wohnanlage (paraguayische Rentner, argentinischer Nachbar)
- 19:30 Uhr: Abendessen (lokales Restaurant 2-3x/Woche, an den anderen Abenden kocht die Haushaltshilfe)
- 21 Uhr: Lesen, belgisches oder französisches Fernsehen (Streaming), Schlafengehen
Das soziale Leben
- Französischsprachige Gemeinschaft: „Ich habe mich der Gruppe der Französischsprachigen in Asunción angeschlossen. Es gibt Rentner wie mich, aber auch junge Unternehmer. Die Mischung der Altersgruppen ist erfrischend. In Belgien waren meine Freunde alle Rentner. Hier esse ich mit Dreißigjährigen zu Mittag, die Firmen gründen. Das hält mich jung im Kopf.“
- Nachbarn: „Meine Nachbarn in der Wohnanlage sind ein 65-jähriges paraguayisches Ehepaar und ein 58-jähriger Argentinier. Wir treffen uns am Pool, trinken zusammen einen Aperitif. Man muss nicht perfekt Spanisch sprechen – ein Glas Wein ist eine universelle Sprache.“
- Boccia-Club: „Ja, es gibt einen Boccia-Platz in Asunción – die französische Gemeinschaft hat ihn eingerichtet. Ich spiele am Sonntagmorgen. Es ist surreal: Boccia unter Palmen bei 28 Grad mitten im Winter.“
- Die Enkelkinder: FaceTime jeden Mittwoch mit den 3 Enkelkindern. „Mein 8-jähriger Enkel hat mich gebeten, ihm Spanisch beizubringen. Wir lernen Wörter zusammen per Video. Das ist unser Ding geworden.“
Herausforderungen und Überraschungen für einen 72-jährigen Rentner
Die Herausforderungen
- Die Sommerhitze: „Dezember-Februar, es sind 35-40°C mit hoher Luftfeuchtigkeit. Für einen 72-jährigen Belgier ist das hart. Ich habe gelernt, im paraguayischen Rhythmus zu leben: morgens aktiv sein, nachmittags Siesta, abends ausgehen. Und Klimaanlage, das ist das Leben. Einige Rentner fahren während des paraguayischen Sommers nach Europa – ich ziehe es für nächstes Jahr in Betracht.“
- Die familiäre Distanz: „Das ist das einzige wirkliche Opfer. Als mein Enkel seine Jahresendaufführung in der Schule hatte, habe ich per FaceTime zugeschaut. Das ist nicht dasselbe, wie im Saal zu sein. Ich fahre zweimal im Jahr nach Belgien zurück (belgischer Sommer und Weihnachten). Das ist ausreichend, aber es bleibt ein Mangel.“
- Die paraguayische Verwaltung: „Das ist nicht Belgien. Die Warteschlangen, die Stempel, die Formulare auf Spanisch. Zum Glück begleitet mich meine Haushaltshilfe bei den Behördengängen. Und das Team von paraguay-resident kümmert sich um das Wesentliche.“
- Der Mangel an europäischer Kultur: „Keine Oper, keine klassischen Konzerte, keine Museen auf europäischem Niveau. Asunción ist eine funktionale Stadt, keine kulturelle. Buenos Aires gleicht das aus – ich fahre einmal im Monat dorthin für ein Konzert oder eine Ausstellung im MALBA.“
Die Überraschungen
- Die Freundlichkeit: „Die Paraguayer sind von einer Freundlichkeit, die ich in 72 Lebensjahren in Belgien nicht erlebt habe. Im Supermarkt half mir ein junger Mann, meine Taschen zum Bolt zu tragen. Der Wachmann der Wohnanlage begrüßt mich jeden Morgen mit einem breiten Lächeln. Die Haushaltshilfe backt mir zum Geburtstag Kuchen. Das ist eine menschliche Wärme, die ich nicht erwartet hätte.“
- Die Gesundheitskosten: „Ich zahlte in Belgien 180 € für die Krankenkasse + 100 € Eigenanteil. Hier: 350 € für eine internationale Versicherung + 90 € direkte Kosten = 440 € insgesamt. Auf dem Papier teurer, aber die Behandlungen sind schneller, der Arzt nimmt sich Zeit, und ich warte keine 3 Wochen auf einen Termin. Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.“
- Das Essen: „Das paraguayische Fleisch ist das beste, das ich je gegessen habe. Und ich bin Belgier – wir kennen gutes Essen. Ein 400g Rinderfilet für 8 € im Restaurant. In Belgien waren es 35 €. Mein Cholesterin dankt es mir nicht, aber mein Gaumen schon.“
- Spanisch mit 72: „Ich habe es gelernt. Langsam, mit Fehlern, lachend. Aber ich habe es gelernt. Mein Lehrer sagt, mein Akzent sei ‚charmant‘ – das ist ein Euphemismus für ‚grauenhaft‘. Aber ich kommuniziere. Das ist der Beweis, dass man nie zu alt ist, um zu lernen.“
Belgische Besonderheiten, die zu beachten sind
Die im Ausland bezogene belgische gesetzliche Rente
- Die belgische Rente wird weiterhin vom SFP (Föderaler Rentendienst) ins Ausland gezahlt.
- Einbehaltungen bleiben bestehen: INAMI/AMI (3,55 %) + Solidaritätsbeitrag (0-2 %)
- Berufssteuervorabzug: Grundsätzlich regelt das belgisch-paraguayische Abkommen (falls zutreffend) das Besteuerungsland. In Ermangelung eines spezifischen Abkommens für Renten kann Belgien einen Einbehalt beibehalten. In der Praxis: Georges erhält seine Rente netto nach Einbehaltungen (~25.000 €/Jahr netto). Diese Rente wird in Paraguay nicht besteuert (ausländische Quelle, Territorialität 0 %).
- Lebensbescheinigung: Jährlich vom SFP (als Nachweis, dass Sie noch leben) erforderlich. Erhältlich beim belgischen Konsulat in Buenos Aires oder direkt in Asunción über die paraguayische Gemeinde.
Die belgische Karenzzeit für Erbschaftssteuer
- In Belgien beträgt die "Karenzzeit", um der regionalen Erbschaftssteuer zu entgehen, 5 Jahre (nicht 6/10 Jahre wie in Frankreich)
- Wenn Georges weniger als 5 Jahre nach dem Verlassen Belgiens stirbt, kann die wallonische Region weiterhin ihre Erbschaftssteuer auf das weltweite Vermögen anwenden.
- Nach 5 Jahren Expatriierung in Paraguay: Die wallonische Steuer gilt nicht mehr (außer auf Vermögenswerte in Belgien = die 2 Wohnungen in Namur)
- Georges ist 2025 angekommen. Im Jahr 2030 läuft die 5-jährige Karenzzeit ab. Bis dahin plant er, die Wohnungen in Namur zu verkaufen, um jegliche verbleibende Belastung zu eliminieren.
Die belgische Lebensversicherung und die luxemburgische Übertragung
Georges hat seine belgische Lebensversicherung (Zweig 21 + 23) in einen luxemburgischen Vertrag übertragen:
- Rückkauf des belgischen Vertrags: 0 % Ausstiegssteuer (keine Steuer auf Rückkauf belgischer Lebensversicherung nach 8 Jahren für Zweig 21)
- Neuabschluss bei einem luxemburgischen Versicherer: Kapital ~400.000 €
- Vorteile: Luxemburger Sicherheitsdreieck, steuerliche Portabilität (0 % in Paraguay), Begünstigtenklausel für die Kinder
- Im Todesfall: Kapital wird direkt an die benannten Begünstigten übertragen, außerhalb der belgischen und paraguayischen Erbschaft = 0 %, wenn Begünstigte außerhalb Belgiens sind
Bilanz nach 14 Monaten
| Indikator | Belgien (vorher) | Paraguay (nachher) |
|---|---|---|
| Jährliche Steuerabzüge | ~26.140 € | ~4.340 € (restlich belgisch) |
| Jährliche Steuerersparnis | — | ~21.800 € |
| Prognostizierte Erbschaftsersparnis | — | ~650.000-850.000 € |
| Monatliche Lebenshaltungskosten | ~2.045 € | ~2.370 € (inkl. Reisen Belgien) |
| Qualität der Haushaltshilfe | 4 Std./Woche | 5 halbe Tage/Woche |
| Klima | Trüb 8 Monate/Jahr, 5°C mittlerer Winter | 300+ Sonnentage, 12-20°C Winter |
| Einsamkeit | Allein in großem, leerem Haus | Lebendige Wohnanlage, Nachbarn, Gemeinschaft, tägliche Hilfe |
| Aktivität | Monotone Routine | Spanisch, Pool, Pétanque, Reisen BA, soziales Leben |
Georges fasst zusammen: „In Belgien war ich ein alter, einsamer Herr in einem großen, feuchten Haus, der auf den Tod wartete und seine Steuern zahlte. In Paraguay bin ich ein aktiver Rentner, der Spanisch lernt, jeden Tag schwimmt, die besten Steaks der Welt isst und sein Vermögen seinen Enkeln statt dem wallonischen Staat vermacht. Ich hätte schon mit 65 gehen sollen.“
Fazit

Die Geschichte von Georges widerlegt das Klischee, Paraguay sei nur ein Ziel für junge digitale Nomaden. Mit 72 Jahren, verwitwet und mit einem Vermögen von 3,5 Mio. € hat Georges in Paraguay genau das gefunden, was er suchte: eine reduzierte Besteuerung (21.800 €/Jahr laufende Ersparnis), eine optimierte Nachlassstrategie (650.000-850.000 € vermiedene Steuern für seine Kinder und Enkelkinder), ein höherer Lebensstandard (tägliche Haushaltshilfe, Pool, Sonne, Gastronomie) und vor allem eine persönliche Erneuerung (Spanisch, Reisen, soziales Leben, Abenteuerlust).
Paraguay bietet belgischen (und generell französischsprachigen) Rentnern ein einzigartiges Paket: 0 % Territorialität auf ausländische Einkünfte, 0 % Erbschaftssteuer in direkter Linie (gegenüber 30 % in der Wallonie), vergleichbare Lebenshaltungskosten bei höherer Lebensqualität, gute medizinische Versorgung mit internationaler Versicherung, eine herzliche französischsprachige Gemeinschaft und Buenos Aires als kulturelle Erweiterung in 1,5 Stunden Entfernung.
Für ein Vermögen von 3,5 Mio. € rechtfertigt allein die Erbschaftsersparnis (650.000-850.000 €) die Auswanderung. Die laufende Steuerersparnis (~21.800 €/Jahr × 10-15 Jahre = 218.000-327.000 €) ist ein Bonus. Die Lebensqualität – Sonne, Haushaltshilfe, Gastronomie, Abenteuer – ist das Geschenk.
Georges fasst zusammen: „Mit 72 Jahren sagt man mir, ich sei mutig. Nein. Mut wäre es gewesen, in Belgien zu bleiben und zu akzeptieren, dass der Staat 800.000 € von meinen Enkeln nimmt. Weggehen ist einfach nur gesunder Menschenverstand. Und ein bisschen Sonne.“
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